Chronik

Chronik der Alt-Aachener Bühne


Im Jahre 1919 wurde auf Initiative von Else Kropidlowski die Alt Aachener Bühne gegründet. Ihr schlossen sich Maria Schröder, Lilly Brüsseler, Grete Meessen,  Käthe Feiker, Maria Kaussen, Maria Steffens, Barbara Görissen und Magdalena Feiker an. Letztere Dame und  Mitgründerin ist die Mutter von Leni Reißer, Großmutter von Birgit Thelens und Urgroßmutter von Anna Drews.
Erste Aufführungen fanden im Marienhospitz statt. Die Eintrittskarten wurden mit der Hand geschrieben und nach der Vorführung fand eine Tellersammlung statt. Schon damals war es Ziel, Einnahmen an bedürftige Personen zu spenden.
UND dies ist uns auch heute noch sehr wichtig, in Not geratenen Menschen zu helfen.
In der Inflationszeit sahen die Tellersammlungen eher wie Waschkorbsammlungen aus und wurde direkt an Bedürftige gespendet, da es durchaus sein konnte, dass das Geld am nächsten Tag nichts mehr wert war.

„Mit et Stippekomitee noe Berlin“ nicht das Erste, aber eines der ersten Bilder und Stücke in der Staphanstraße 1954/1955
 
Nach einigen Jahren zeigten sich erste Früchte, und der noch immer namenlose Verein, hatte an Ruf und Ansehen gewonnen. Nachdem der Verein zuvor nur aus Damen bestand, schlossen sich nun auch Männer aus der Kolpingsfamilie an. Es dauerte nicht lange und aus der kleinen Spielerschar wurde ein großer Theaterverein. Auch der Anhängerkreis wurde stetig größer und die Aufführungen fanden, in dem größeren  Aachener Karlshaus statt.
Seit 1923 nannte sich der Verein Caritasbühne und die Beliebtheit nahm weiterhin zu.
 
Gruppenphoto 1925
 
Somit stand 1925 ein weiterer Lokalwechsel an und die nächsten Aufführungen fanden im Gesellschaftsraum Pontstraße statt. Das erste Stück hieß :“Oche in Amerika“, welches ein großer Erfolg wurde. Anschließend wurden aus Einakter Zwei-Dreiakter, die aus der Hand
des Öcher Heimatdichter Hein Janssen stammten. So wurden legendäre Stücke wie, „Der Schötzekönek“ und „ Et Maat Marie“ uraufgeführt.
Aber auch an die Alt-Aachener Bühne ging die Zeit des zweiten Weltkrieges nicht  spurlos vorbei. !933 wurden alle wohltätigen Vereinen verboten und das „Vermögen“ wurde der NSV zugeführt. So wurde der Name Caritasbühne verboten und der Name ALT-AACHENER BÜHNE entstand. Dies war im Jahre 1934.
 
„Der Schuster us Klapperjaas“ Erste große rolle von Leni Reißer mit Heinz Wirtz, der jahrelang Spielleiter der Alt-Aachener Buhne. Heinz Wirtz war erster männlicher Hauptdarsteller. 1958
 
1945. Kriegsende! Einzelne Mitglieder kehrten aus der Evakuierung und Gefangenschafft zurück. Man tat sich wieder zusammen und wollte die Alt- Aachener Bühne wieder aufleben lassen. Nur wo sollte man spielen? Die meisten Säle waren durch Bomben zerstört. Als einzige Möglichkeit stand die Talbothalle der TH zur Verfügung. Aber auch hier musste kräftig Hand angelegt werden. Die Bühne musste aufgebaut werden und der ganze Saal neugestaltet werden. Nachdem dies geschafft war, gingen bald beliebte Heimatwerke über die Bretter.  Bereits ein Jahr später fanden wieder Aufführungen statt und das an Humor und Frohsinn nachholbedürftige Publikum füllte den Saal.
 
Große Erfolgswerke wie „De doof Noß“  von Jean Güllikers und „ Enge betuppt der angere“ wurden zwanzig bis dreizig Mal aufgeführt.
Somit dauerte es auch nicht lange und die Talbothalle wurde zu klein, daraufhin spielte die Spielerschar für ein paar Jahre in dem heutigen Edenpalast.
 
„Et Modder et Jöngs“ mit Helene Reißer, Hubert Feiker, Peter Schein, Marianne Zimmerman. Peter Schein spielt zum ersten Mal einen alten Mann. Glanzleistung des Maskenbildners. 1964
 
Seit 1955 wurde im Saal der heiligen Kindheit in der Stefanstraße gespielt.
Mit „ Met et Stippekomitee noe Berlin!“  war der Saal stets ausverkauft.
In der Stefanstraße war die Alt-Aachener Bühne dreizehn Jahre. 1968 spielte die Spielerschar zum ersten Mal im Jugendheim St. Michael, Zeise in Burtscheid. Zeitgleich wurde im Landesbad zu Aachen,Eurogress, Kurhaus Aachen, Kommern und in der Mehrzweckhalle Haaren gespielt. Die ständigen Umzüge waren mit viel Aufwand verbunden. Seit dem 20. November 1993 finden die Aufführungen in der Aula des Einhard-Gymnasium statt. Dieses ist auch heute noch, nach über 25 Jahren, unsere Heimat.
Zum 75 –jährigem Jubiläum 1994, fanddas erste Gastspiel im Stadttheater  mit dem Theaterstück:„Wat en Ferkensereij“, statt.
Seit dem Jahre 2012 gastieren wir zusätzlich in der Stadthalle Alsdorf und seit 2018 auch in Roetgen.
1985 erhielt die Alt-Aachener Bühne den begehrten Thouet Preis, zur Erhaltung und Förderung des Öcher Platt, und wir können mit Stolz sagen, dass wir der erste Preisträger sind.
1994 erhielten wir eine weitere Auszeichnung. Den Mullefluppet-Preis!
Am 25. August 1996 haben wir in der ehemaligen Kfz-Werkstatt, der gewerblichen Schule in der Martinstraße unser Domizil gefunden. Hier fanden wir die Möglichkeit, unsere Werkstatt, Requisiten und unseren Fundus unterzubringen. Gleichzeitig hatten wir im Nebenraum einen großen Proberaum zu Verfügung. Vieles wurde jetzt leichter. Leider mussten wir 2001 diese Räumlichkeiten ebenfalls verlassen und fanden in der Lukasstraße ein neues zu Hause. Hier wird bis heute geprobt und alle Kulissen und Requisiten aufbewahrt.
 
„Der Husfried“ 1. Aufführung in dem Jugendheim St. Michael „Zeise“

Voller Freude und mit viel Arrangement können wir in den letzten 100 Jahren auf eine Spendenvergabe von knapp einer Millionen Euro zurück schauen. Somit ist der Ursprung und Grund der Gründung erhalten geblieben, in notgeratenen Menschen zu helfen.
Dies wäre jedoch nicht ohne ihre Treue und Unterstützung möglich.